Apfelessig gilt seit Jahren als echtes „Wundermittel“: Er soll die Verdauung fördern, beim Abnehmen helfen und den Stoffwechsel ankurbeln. Kein Wunder also, dass er in vielen Gesundheits- und Ernährungstrends eine wichtige Rolle spielt.
Doch während Apfelessig für den Körper einige positive Effekte haben kann, sieht es bei den Zähnen anders aus. In unserer Zahnarztpraxis erleben wir regelmäßig Patienten, deren Zahnschmelz durch den wiederholten Konsum von Apfelessig stark geschädigt wurde.
Das Wichtigste in Kürze – Apfelessig und Zahngesundheit
- Säuregehalt beachten: Apfelessig hat einen niedrigen pH-Wert, greift den Zahnschmelz an und kann zu Zahnerosionen, Empfindlichkeiten und Karies führen.
- Schonend konsumieren: Apfelessig nie pur trinken, sondern immer verdünnen, möglichst mit einem Strohhalm. Danach den Mund mit Wasser ausspülen.
- Zähne schützen: Mit dem Putzen mindestens 30 Minuten warten, um den aufgeweichten Zahnschmelz nicht zusätzlich zu schädigen.
Was Apfelessig mit den Zähnen macht
Das Problem liegt im Säuregehalt. Apfelessig besitzt einen sehr niedrigen pH-Wert und wirkt dadurch stark säurehaltig. Diese Säure greift den Zahnschmelz an, indem sie Mineralien herauslöst.
Die Folgen können gravierend sein:
- Erosionen des Zahnschmelzes (Zahnerosion)
- Schmerzempfindliche Zähne
- Erhöhtes Risiko für Karies
- In schweren Fällen sogar ein erhöhter Bedarf an Wurzelbehandlungen
Tipps für den sicheren Umgang mit Apfelessig
Wer auf die positiven Eigenschaften von Apfelessig nicht verzichten möchte, sollte auf eine zahnschonende Anwendung achten:
- Nicht pur trinken, sondern immer mit Wasser verdünnen.
- Strohhalm verwenden, um den direkten Kontakt mit den Zähnen zu vermeiden.
- Nach dem Konsum den Mund mit Wasser ausspülen, um die Säure zu neutralisieren.
- Mindestens 30 Minuten mit dem Zähneputzen warten, da der Zahnschmelz nach dem Säurekontakt aufgeweicht ist und sonst zusätzlich abgetragen werden könnte.
Häufige Fragen zu Apfelessig und Zahngesundheit
1. Kann Apfelessig die Zähne weißer machen?
Oft kursiert der Tipp, Apfelessig zum Aufhellen der Zähne zu verwenden. Davon ist jedoch dringend abzuraten: Die Säure greift den Zahnschmelz an und macht die Zähne langfristig eher empfindlich und dunkler. Für ein sicheres Zahnaufhellen gibt es professionelle und zahnschonende Methoden in der Zahnarztpraxis z.B. durch Bleaching.
2. Ist Apfelessig in Kapseln oder Tabletten unbedenklich für die Zähne?
Ja, Kapseln oder Tabletten mit Apfelessig sind für die Zähne wesentlich schonender, da kein direkter Säurekontakt im Mund entsteht. Allerdings sollte man auch hier auf die Dosierung und Qualität achten.
3. Wie merke ich, ob mein Zahnschmelz schon geschädigt ist?
Typische Anzeichen sind empfindliche Zähne (z. B. bei kalten Getränken), kleine Abplatzungen oder ein stumpfes Gefühl an den Zahnoberflächen. Spätestens dann sollte eine zahnärztliche Untersuchung erfolgen, um Folgeschäden zu vermeiden.
Fazit
Apfelessig kann durchaus Teil einer gesunden Ernährung sein – für die Zähne stellt er jedoch ein Risiko dar. Mit dem richtigen Umgang lassen sich Schäden am Zahnschmelz vermeiden.
Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre Zähne bereits durch säurehaltige Lebensmittel oder Getränke geschädigt wurden, beraten wir Sie in unserer Zahnarztpraxis gerne individuell.

