Lesezeit: 4 Minuten | Dr. Sebastian Fiedler
Wenn ein einzelner Zahn fehlt, wünschen sich viele Patientinnen und Patienten eine Lösung, die unauffällig ist und möglichst wenig Eingriff bedeutet. Genau hier kommen Klebebrücken ins Spiel. Sie ermöglichen es, eine Zahnlücke zu schließen, ohne gesunde Nachbarzähne stark zu beschleifen.
Klebebrücken sind kein Standard für jede Situation, können aber in passenden Fällen eine sehr elegante und schonende Lösung sein.
Das Wichtigste in Kürze:
- Klebebrücken ersetzen einen einzelnen fehlenden Zahn besonders schonend, da die gesunden Nachbarzähne kaum verändert werden müssen.
- Sie sind von außen in der Regel nicht sichtbar und eignen sich vor allem für den Frontzahnbereich bei gesunden Nachbarzähnen.
- Klebebrücken sind nicht für jede Situation geeignet – ob sie sinnvoll sind oder eine andere Lösung besser passt, sollte immer individuell entschieden werden.
Was genau ist eine Klebebrücke?
Eine Klebebrücke ersetzt einen fehlenden Zahn und wird an den benachbarten Zähnen befestigt – nicht durch klassische Zahnkronen, sondern mithilfe moderner Klebetechniken. Auf der Rückseite der Nachbarzähne befinden sich kleine Halteelemente, die fest verklebt werden.
Von außen ist davon in der Regel nichts zu sehen. Das Ziel ist, dass sich die Versorgung optisch unauffällig einfügt und sich im Alltag ganz natürlich anfühlt.
Wie läuft die Versorgung ab?
Vor einer Versorgung mit einer Klebebrücke wird immer genau geprüft, ob diese Lösung wirklich sinnvoll ist. Sind die Nachbarzähne gesund und stabil, kann die Behandlung meist sehr schonend durchgeführt werden.
Der Ablauf ist überschaubar:
- Untersuchung und Beratung
- minimale Vorbereitung der Nachbarzähne
- Anfertigung der Klebebrücke
- dauerhaftes Einsetzen
In vielen Fällen ist die Behandlung weniger aufwendig als bei einer klassischen Brücke.
Wann ist eine Klebebrücke eine gute Lösung?
Klebebrücken eignen sich vor allem dann, wenn:
- ein einzelner Zahn fehlt
- die angrenzenden Zähne gesund sind
- möglichst wenig Zahnsubstanz erhalten bleiben soll
- eine ästhetische Lösung im sichtbaren Bereich gesucht wird
Häufig werden Klebebrücken im Frontzahnbereich eingesetzt, etwa nach einem Unfall oder bei angeborenem Zahnverlust.
Was spricht für eine Klebebrücke?
Viele Patientinnen und Patienten entscheiden sich für eine Klebebrücke, weil:
- gesunde Zähne kaum verändert werden müssen
- kein herausnehmbarer Zahnersatz nötig ist
- das Ergebnis sehr natürlich wirkt
- die Behandlung meist vergleichsweise unkompliziert ist
Gerade bei jungen Menschen oder als langfristige Übergangslösung kann das ein großer Vorteil sein.
Wo liegen die Grenzen?
So schonend Klebebrücken auch sind – sie passen nicht in jede Situation. Bei starker Kaubelastung, größeren Zahnlücken oder geschädigten Nachbarzähnen stoßen sie an ihre Grenzen. In solchen Fällen sind andere Versorgungen oft langlebiger.
Welche Lösung langfristig sinnvoll ist, lässt sich nur individuell beurteilen.
Häufige Fragen zu Klebebrücken
Wie lange hält eine Klebebrücke?
Das lässt sich nicht pauschal sagen. Die Haltbarkeit hängt vor allem davon ab, wie stark der Zahn belastet wird und wie gut die Mundhygiene ist. In passenden Fällen kann eine Klebebrücke jedoch viele Jahre zuverlässig halten.
Ist eine Klebebrücke stabil genug?
Für ausgewählte Situationen ja. Vor allem im Frontzahnbereich, wo geringere Kaukräfte wirken, ist die Stabilität in der Regel ausreichend. Für stark belastete Backenzähne ist eine Klebebrücke hingegen meist nicht die beste Wahl.
Sieht man eine Klebebrücke?
Normalerweise nicht. Die Befestigung erfolgt auf der Rückseite der Nachbarzähne, sodass die Klebebrücke von außen kaum oder gar nicht auffällt.
Tut die Behandlung weh?
Meistens nicht. Da nur minimal an den Nachbarzähnen gearbeitet wird, empfinden viele Patientinnen und Patienten die Behandlung als angenehm und deutlich weniger belastend als andere Versorgungen.
Gibt es Alternativen zur Klebebrücke?
Ja. Je nach Zahnsituation können eine klassische Zahnbrücke oder ein Zahnimplantat die sinnvollere Lösung sein. Welche Versorgung langfristig am besten passt, lässt sich nur individuell entscheiden.
Fazit
Klebebrücken sind eine zurückhaltende, zahnschonende Möglichkeit, einzelne Zahnlücken zu schließen. Sie eignen sich nicht für jeden Fall, können aber dort, wo die Voraussetzungen stimmen, eine sehr gute Lösung sein.
Eine ehrliche Beratung ist entscheidend, um herauszufinden, ob eine Klebebrücke wirklich passt – oder ob eine andere Versorgung langfristig sinnvoller ist.

