Viele Patientinnen und Patienten stellen uns in der Zahnarztpraxis Dr. Sebastian Fiedler regelmäßig die gleiche Frage:
Sollte man Zahnseide vor oder nach dem Zähneputzen verwenden?
Tatsächlich ist die Reihenfolge nicht nur eine Kleinigkeit – sie kann entscheidend dazu beitragen, Karies, Zahnfleischentzündungen und sogar aufwendige Behandlungen wie Wurzelkanaltherapien zu verhindern.
Das Wichtigste in Kürze
- Zahnseide täglich verwenden – am besten abends.
- Immer vor dem Zähneputzen, damit Fluorid auch die Zwischenräume erreicht.
- Sanfte Technik nutzen, um Verletzungen zu vermeiden.
- Folgeerkrankungen vorbeugen: Regelmäßiger Einsatz reduziert das Risiko für Karies, Zahnfleischentzündungen und erspart im Ernstfall eine aufwendige Wurzelbehandlung.
Warum Zahnseide so wichtig ist
Beim gründlichen Putzen mit einer Zahnbürste entfernen wir bereits einen Großteil von Plaque und Speiseresten. Doch die Bürste erreicht nur die äußeren Zahnflächen. Die Zahnzwischenräume – oft sehr eng – bleiben dabei weitgehend unberührt.
- 30–40 % der Zahnoberflächen liegen in diesen schwer zugänglichen Zwischenräumen.
- Hier sammeln sich Bakterien, die zunächst Karies zwischen den Zähnen (Approximalkaries) verursachen können.
- Unbehandelt schreitet dieser Prozess fort, bis die Bakterien das Zahninnere erreichen – dann kann eine Wurzelbehandlung notwendig werden.
- Auch das Zahnfleisch leidet: Zahnstein, Entzündungen und langfristig Parodontitis entstehen besonders häufig in den Zwischenräumen.
Zahnseide ist also kein optionales Extra, sondern ein entscheidender Baustein für eine dauerhaft stabile Mundgesundheit.
Zahnseide vor oder nach dem Putzen?
Die klare Antwort lautet: Zuerst Zahnseide, dann Zähneputzen.
Der Grund:
- Werden die Zwischenräume zuerst gereinigt, können Zahnpasta und Fluorid anschließend auch dort wirken.
- Dadurch erhalten gerade die Stellen Schutz, die sonst am anfälligsten sind.
- Außerdem fühlt sich der Mund nach dem Putzen insgesamt sauberer an.
Das macht die Kombination aus Zahnseide und Zähneputzen zu einer besonders wirkungsvollen Routine.
So wenden Sie Zahnseide richtig an – Tipps aus unserer Praxis
Viele Menschen scheuen sich davor, Zahnseide zu benutzen, weil sie den Umgang damit nicht gewohnt sind. Mit etwas Übung wird es jedoch schnell zur Routine.
- Wann? Am besten abends vor dem Zähneputzen.
- Wie viel? Ca. 40 cm Zahnseide, um jeden Zwischenraum mit einem sauberen Stück zu reinigen.
- Technik: Die Zahnseide sanft in den Zwischenraum gleiten lassen, um den Zahn herum in C-Form legen und vorsichtig auf und ab bewegen.
- Schonend arbeiten: Nicht reißen oder drücken, besonders am Zahnfleischrand behutsam vorgehen.
- Ergänzung: Wer Schwierigkeiten hat, kann auch auf Interdentalbürstchen zurückgreifen – insbesondere bei größeren Zahnzwischenräumen.
Fazit
Die Reihenfolge macht den Unterschied:
Erst Zahnseide, dann Zahnbürste.
So sichern Sie sich nicht nur ein frisches Mundgefühl, sondern legen auch die Basis für langfristig gesunde Zähne und gesundes Zahnfleisch. Wer Zahnseide regelmäßig verwendet, kann Karies zwischen den Zähnen, Zahnfleischentzündungen und im schlimmsten Fall sogar eine Wurzelkanalbehandlung vermeiden.

